Dynamischer Stromtarif Rechner

Lohnt sich Tibber, aWATTar oder ein anderer dynamischer Stromtarif? Analyse basierend auf echten Börsenpreisen.

Wichtig: Ein Energiemanagementsystem (EMS) ist bei dynamischen Stromtarifen fast Pflicht! Ohne automatische Steuerung von Wärmepumpe, E-Auto-Ladung und Speicher kann es schnell teurer werden als ein Festpreistarif.
Realistische Simulation: Wir simulieren jede Stunde des Jahres mit echten Börsendaten und PVGIS-Solardaten. Die Berechnung berücksichtigt Speicherstand, Solarproduktion und optimales Ladeverhalten.
Haushalt
kWh/J
E-Auto
Wärmepumpe
Solar
Vergleich
ct/kWh
ct/kWh
Geschätzter Jahresverbrauch
3.500 kWh
Fixkosten: 17.5 ct
+ Börsenpreis

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⚠️ Haftungsausschluss

Diese Berechnung dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Die Ergebnisse basieren auf historischen Daten und Annahmen – tatsächliche Kosten können erheblich abweichen. Nicht berücksichtigt: Monatliche Grundgebühren der Anbieter, Preisanpassungen, regionale Netzentgelt-Unterschiede, individuelle Verbrauchsmuster und zukünftige Preisentwicklungen.

Wichtig: Die mögliche Ersparnis mit einem dynamischen Stromtarif hängt stark von Faktoren ab, die sich nicht vorhersagen lassen: persönlicher Komfort (Bereitschaft, Verbrauch zu verschieben), Wetterbedingungen (Solarertrag, Heizbedarf), und politische/wirtschaftliche Entwicklungen (Energiepolitik, Gaspreise, Netzausbau). Die Börsenpreise der Vergangenheit sind keine Garantie für zukünftige Preise.

Wir übernehmen keine Haftung für Entscheidungen, die auf Basis dieser Berechnung getroffen werden. Bitte hole vor einem Tarifwechsel immer ein individuelles Angebot beim jeweiligen Anbieter ein.

📊 Datenquellen

  • Strompreise: SMARD-Strommarktdaten der Bundesnetzagentur (smard.de) – Day-Ahead-Preise der Strombörse EPEX SPOT
  • Solarerträge: PVGIS (Photovoltaic Geographical Information System) der Europäischen Kommission (re.jrc.ec.europa.eu)
  • Lastprofile: Basierend auf standardisierten Lastprofilen (H0) des BDEW und eigenen Berechnungen
  • Netzentgelte & Abgaben: Durchschnittswerte basierend auf öffentlich zugänglichen Tarifinformationen (Stand: Januar 2026)

🔬 Berechnungsmethodik

Die Simulation berechnet für jede der 8.760 Stunden eines Jahres den Stromverbrauch, die Solarproduktion (falls vorhanden), den Speicherstand und die resultierenden Kosten. Der dynamische Preis setzt sich zusammen aus: Börsenpreis + Anbieter-Marge + Netzentgelte/Steuern/Abgaben. Die Verbrauchsprofile berücksichtigen saisonale Schwankungen (Winterverbrauch Wärmepumpe) und tageszeitliche Muster.

Letzte Aktualisierung der Börsendaten: Täglich | Berechnungslogik: Version 2.0 (Januar 2026)

Dynamischer Stromtarif: Lohnt sich Tibber, aWATTar & Co. wirklich?

Dynamische Stromtarife wie Tibber, aWATTar, Ostrom oder 1Komma5° versprechen niedrigere Stromkosten durch stündlich wechselnde Preise, die direkt an den Börsenstrompreis gekoppelt sind. Doch die Realität ist komplexer: Ob sich ein dynamischer Tarif für dich lohnt, hängt stark von deinem Verbrauchsverhalten, deiner technischen Ausstattungund deiner Bereitschaft ab, aktiv Energie zu managen. In diesem Ratgeber erfährst du alles, was du vor dem Wechsel wissen musst – inklusive der Risiken, die viele Anbieter verschweigen.

Wie funktionieren dynamische Stromtarife?

Bei einem dynamischen Stromtarif zahlst du nicht einen festen Preis pro Kilowattstunde, sondern einen Preis, der sich stündlich ändert. Dieser Preis setzt sich zusammen aus:

  • Börsenstrompreis (Day-Ahead): Der Großhandelspreis an der Strombörse EPEX SPOT, der täglich für den Folgetag festgelegt wird
  • Anbieter-Marge: Im Schnitt ca. 1,5 ct/kWh für Service, App und Abrechnung
  • Netzentgelte, Steuern und Abgaben: Stromsteuer, Konzessionsabgabe, Netzentgelte, etc. – zusammen etwa 16 ct/kWh

In der Praxis bedeutet das: Selbst wenn der Börsenstrompreis bei -5 ct/kWh ist, zahlst du immer noch die zusätzlichen Kosten von etwa 17,5 ct/kWh und landest bei 12,5 ct/kWh. Der günstigste mögliche Preis an der Börse liegt also nie bei null sondern weit im negativen Bereich.

Die Winterfalle: Wenn Wärmepumpe und Börsenpreis gleichzeitig explodieren

Vorsicht: Die größte Kostenfalle bei dynamischen Tarifen

Im Winter treffen drei ungünstige Faktoren zusammen: Deine Wärmepumpe läuft auf Hochtouren, die Börsenpreise sind am höchsten (weil alle heizen) und deine Solaranlage produziert kaum Strom. Das ist der perfekte Sturm für explodierende Stromkosten.

Lass uns das anhand von realen Zahlen durchrechnen. Eine typische Wärmepumpe in einem Einfamilienhaus verbraucht etwa 4.000-6.000 kWh pro Jahr. Dieser Verbrauch verteilt sich aber keineswegs gleichmäßig:

  • Januar/Februar: Bis zu 800-1.000 kWh pro Monat (25% des Jahresverbrauchs in 2 Monaten!)
  • Juni/Juli/August: Nur 50-150 kWh pro Monat (Warmwasser)
  • Verhältnis Winter zu Sommer: Der Winterverbrauch ist oft 10-15x höher als im Sommer

Genau dann, wenn deine Wärmepumpe am meisten Strom braucht, sind auch die Börsenpreise am höchsten. Im Januar 2024 lag der durchschnittliche Börsenpreis bei etwa 8-10 ct/kWh, im Juni nur bei 6-7 ct/kWh. An kalten Wintertagen mit Dunkelflaute (kein Wind, keine Sonne) können die Preise auf 30-50 ct/kWh steigen – und genau dann läuft deine Wärmepumpe auf voller Leistung.

Solaranlage im Winter: Die bittere Realität

Viele Hausbesitzer mit Solaranlage denken: "Ich produziere meinen Strom selbst, der Tarif ist mir egal." Das stimmt im Sommer – aber nicht im Winter. Eine 10 kWp-Anlage in Deutschland produziert:

  • Juni: ~1.200-1.400 kWh (40-45 kWh/Tag)
  • Dezember: ~200-350 kWh (7-12 kWh/Tag)
  • Schneetage: Oft nur 0-2 kWh/Tag

Im Dezember und Januar produziert deine Solaranlage also nur etwa 15-25% der Sommermenge. Gleichzeitig steigt dein Verbrauch durch die Wärmepumpe um das 5-10-fache. Das Ergebnis: Du musst im Winter den Großteil deines Stroms aus dem Netz beziehen – und zwar genau dann, wenn er am teuersten ist.

Rechenbeispiel: Die versteckte Mehrbelastung

Szenario: Wärmepumpe mit 5.000 kWh/Jahr, 10 kWp Solaranlage, kein Speicher

Juli: WP-Verbrauch 100 kWh, Solar produziert 1.300 kWh → Netzbezug: ~0 kWh
Januar: WP-Verbrauch 900 kWh, Solar produziert 280 kWh → Netzbezug: ~620 kWh

Bei einem Börsenpreis von 11,5 ct + 17,5 ct Fixkosten = 29 ct/kWh
Januar-Kosten Netzbezug: 620 × 0,29 = 180 € (nur für die WP!)

Mit Festpreistarif (28 ct): 620 × 0,28 = 174 € – kaum Unterschied, aber weniger Risiko.

Wann lohnt sich ein dynamischer Stromtarif wirklich?

Dynamische Tarife können sich lohnen – aber nur unter bestimmten Voraussetzungen:

Gute Voraussetzungen

  • Energiemanagementsystem (EMS) das automatisch günstige Stunden nutzt
  • E-Auto mit smartem Laden – Laden zwischen 1-5 Uhr nachts
  • Wärmepumpe mit SG-Ready und ausreichend Pufferspeicher
  • Batteriespeicher der bei günstigen Preisen lädt
  • Flexibler Verbrauch (Waschmaschine, Spülmaschine zeitgesteuert)
  • Großer Stromverbrauch (>6.000 kWh/Jahr) – mehr Sparpotenzial

Schlechte Voraussetzungen

  • Wärmepumpe ohne Smart-Steuerung – läuft wenn nötig, nicht wenn günstig
  • E-Auto lädt nach Feierabend (18-22 Uhr = teuerste Zeit!)
  • Kein Speicher bei Solaranlage – Überschuss wird günstig eingespeist, Bezug teuer
  • Geringer Verbrauch (<3.000 kWh) – Ersparnis oft unter 30€/Jahr
  • Keine Zeit/Lust zum aktiven Energiemanagement
  • Abendmensch – Hauptverbrauch 18-22 Uhr = Hochpreisphase

Die Wahrheit über Tibber, aWATTar und Co.

Die Werbung der Anbieter suggeriert oft "bis zu 30% Ersparnis" – das ist theoretisch möglich, aber in der Praxis erreichen die wenigsten Haushalte diese Werte. Hier die Realität:

  • Durchschnittliche Ersparnis: Bei aktivem Energiemanagement sparen die meisten Haushalte5-15% gegenüber einem günstigen Festpreistarif. Ohne Optimierung oft 0-5% oder sogar Mehrkosten.
  • Zeitaufwand: Um wirklich zu sparen, musst du dich regelmäßig mit den Preisen beschäftigen, Geräte programmieren und dein Verhalten anpassen. Das kostet Zeit und Nerven und meistens auch Geld! (ABOs oder Geräte)
  • Preisschwankungen: Der Börsenpreis kann innerhalb weniger Stunden von 3 ct auf 50 ct steigen. Wer nicht aufpasst, zahlt drauf.
  • Keine Preisgarantie: Bei einem Festpreistarif weißt du, was du zahlst. Bei dynamischen Tarifen trägst du das volle Marktrisiko.

Energiemanagement ist Pflicht, nicht Option

Der wichtigste Faktor für den Erfolg mit dynamischen Tarifen ist ein Energiemanagementsystem (EMS). Ohne automatische Steuerung wirst du die günstigen Stunden nicht optimal nutzen können. Ein gutes EMS:

  • Lädt dein E-Auto automatisch in den günstigsten Nachtstunden (typisch 1-5 Uhr)
  • Steuert die Wärmepumpe vor, wenn Strom günstig ist (Pufferspeicher aufheizen)
  • Nutzt den Batteriespeicher intelligent (laden bei niedrigen, entladen bei hohen Preisen)
  • Verschiebt Haushaltsgeräte in günstige Zeitfenster

Bekannte EMS-Lösungen sind Home Assistant (kostenlos, aber technisch anspruchsvoll),EVCC für E-Auto-Laden, oder kommerzielle Systeme wie 1Komma5° Heartbeatoder Viessmann Gridbox. Die Investition lohnt sich – aber sie ist Voraussetzung, nicht Bonus.

Für wen eignet sich ein dynamischer Tarif?

Idealer Kandidat für dynamische Tarife:

  • Hoher Stromverbrauch (8.000+ kWh/Jahr) durch E-Auto und/oder Wärmepumpe
  • Vorhandenes oder geplantes Energiemanagementsystem
  • Batteriespeicher mit mindestens 10 kWh Kapazität
  • Technisches Interesse und Bereitschaft zur Optimierung
  • Flexibler Tagesablauf (nicht auf bestimmte Zeiten angewiesen)
  • Solaranlage mit hoher Eigenverbrauchsquote

Besser beim Festpreis bleiben:

  • Geringer Stromverbrauch unter 4.000 kWh/Jahr
  • Keine Möglichkeit zur automatischen Lastverschiebung
  • Hauptverbrauch in den Abendstunden (Kochen, Fernsehen, etc.)
  • Wärmepumpe ohne Pufferspeicher und SG-Ready-Schnittstelle
  • Kein Interesse an täglicher Preisbeobachtung
  • Bedürfnis nach Kostensicherheit und Planbarkeit

Unser Fazit: Dynamische Tarife mit Vorsicht genießen

Dynamische Stromtarife sind kein Selbstläufer. Die Werbeversprechen von 20-30% Ersparnis sind nur unter optimalen Bedingungen erreichbar – und die hat kaum jemand. Die Realität sieht oft so aus: Wer ohne Vorbereitung zu einem dynamischen Tarif wechselt, zahlt im schlimmsten Fall mehr als vorher.

Besonders kritisch ist die Kombination aus Wärmepumpe und dynamischem Tarif ohne Energiemanagement. Die Wärmepumpe läuft, wenn sie muss – nicht wenn der Strom günstig ist. Im Winter, wenn die Heizlast am höchsten ist, sind auch die Strompreise am höchsten. Ohne intelligente Steuerung fährst du mit einem günstigen Festpreistarif meist besser.

Unser Tipp: Nutze unseren Rechner oben, um mit deinen realen Daten zu simulieren, ob sich ein dynamischer Tarif für dich lohnt. Sei dabei ehrlich zu dir selbst: Hast du wirklich die Zeit und die technischen Möglichkeiten, deinen Verbrauch zu optimieren? Wenn nicht, ist ein guter Festpreistarif oft die bessere – und stressfreiere – Wahl.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was passiert bei negativen Strompreisen?

Bei negativen Börsenpreisen (ja, das gibt es!) zahlst du trotzdem noch die Netzentgelte und Abgaben. Ein Preis von -5 ct/kWh an der Börse bedeutet für dich etwa 12 ct/kWh Endpreis. Wirklich "kostenloser" Strom ist also sehr selten oder kaum möglich.

Kann ich mit Tibber & Co. mein E-Auto kostenlos laden?

Ja mit Glück kann das mehrmals im Jahr vorkommen. Es kann aber auch vorkommen, dass du für 50 ct/kWh lädst. Im Vergleich zu öffentlichen Ladesäulen (60-80 ct/kWh) ist das im schnitt immer noch günstiger. Mit eigener Solaranlage und Speicher kommst du dem "kostenlosen Laden" am nächsten.

Wie viel kann ich realistisch sparen?

Mit optimalem Setup (EMS, Speicher, flexible Verbraucher) sind 10-20% Ersparnis gegenüber einem durchschnittlichen Festpreistarif realistisch. Bei einem Verbrauch von 8.000 kWh/Jahr wären das 150-300 €/Jahr. Ohne Optimierung liegt die Ersparnis oft bei nur 0-5% oder es entstehen sogar Mehrkosten.

Welcher Anbieter ist der beste?

Die Unterschiede zwischen Tibber, aWATTar, Ostrom und anderen sind gering. Entscheidend sind: die monatliche Grundgebühr (0-15 €), die Marge auf den Börsenpreis (1-5 ct/kWh) und die App-Qualität. Vergleiche die aktuellen Konditionen – sie ändern sich regelmäßig.

Brauche ich einen Smart Meter?

Ja, für die stündliche Abrechnung ist ein intelligentes Messsystem (Smart Meter) erforderlich. Die meisten Anbieter organisieren den Einbau, der für dich kostenlos oder günstig ist. Ohne Smart Meter ist kein echter dynamischer Tarif möglich.

Jetzt selbst berechnen

Nutze unseren kostenlosen Rechner oben, um mit deinen persönlichen Daten zu simulieren, ob sich ein dynamischer Stromtarif für dich lohnt. Die Berechnung basiert auf echten Börsendaten der letzten Jahre und berücksichtigt dein individuelles Verbrauchsprofil.